Auch mit der vorliegenden Einspielung wissen sie sehr zu gefallen.
Die bärig-kräftigen, trotzdem aber transparenten Vocals von Thomas Neukirch, aber auch die nette Ansprache, erinnern mich etwas an den unvergesslichen Bob Hite von Canned Heat, sehr vital und kommunikativ optimal für eine Blues Band.
Heiko Wilhelmus ist ein technisch hervorragender Gitarrist, vor allem in den langsameren Stücken sehr krativ, speziell wenn er Slide spielt, und mit feinen melodischen Ideen und zum Teil mit brillanten kleinen Kapriolen.
Beide werden kongenial unterstützt durch die solide Basisarbeit von Drummer Benjamin Krämer und Bassist Ingo Neukirch.
Besonders die Blues- oder bluesartigen Nummern sind lobenswert hervorzuheben:
- Without her, eine schöne swingende, etwas melancholische Nummer mit feinen knappen G-Licks und Akkorden
- Get over here: kraftvoll rausgehauener Boogie mit knorrig-kräftigen Vocals und herrlicher Slide-Guitar
- Ain’t there somebody gone: schönes immer wiederkehrendes Main-Riff, abrupte Breaks und wunderbare G-Linien dazwischen
Und dann !!!:
- Cold cold feeling: beste Nummer der Einspielung mit großem Abstand, eine der besten auch vom Verfasser, the ‚Iceman’ himself, the late Mr. Albert Collins:
“I’ve got a cold, cold feelin,
it’s just like ice around my heart.
I’ve got a cold, cold feelin,
it’s just like ice around my heart.
I know I’m gonna’ quit somebody,
every time that feelin’starts.
You treat my like a prisoner,
because my hands are tied.
Everything you do to me,
is stackin’ up inside.
It’s a cold, cold feelin’,
yeah, you’re just like ice around my heart.
I know I’m gonna’ quit somebody,
every time that feelin’starts.
Was Wilhelmus hier an Melodiebögen bietet - mal schneidend-unterkühlt, mal farbig-schillernd ist ganz, ganz groß.
Dazu ein Ausdruck in den Vocals, dass man jedes Wort glauben könnte und einem gleichzeitig frösteln und glühend heiß werden kann.
There’s a change in me baby,
once I was blind but now I can see.
There’s a change in me baby,
once I was blind but now I can see.
I’m gonna’ put everybody down baby,
that ever made a fool outta me.
Das ist der Blues. Das ist das Leben im Blues: - ob „Nobody knows you when you’re down and out“, „I can’t quit you, Baby“ oder eben “Cold cold feeling” - die Übersetzung von Emotionen in eine - im Vergleich zu anderen - einfache musikalische Form, die dann groß wird, wenn Gefühlsausdruck sich mit großer Musikalität paart.
Und das ist hier vollständig gelungen.
- Cradle Rock + Too much alcohol typisch Rory, aber eigen interpretiert, so wie’s sein sollte, DANKE FÜR DIE SCHÖNE HOMMAGE bilden den schönen Abschluß einer sehr gelungenen Einspielung einer feinen, in sich stimmigen Blues Band.
Selbst wenn auf „Stage addicted“ nur „Cold cold feeling“ und „Cradle Rock“ draufgewesen wäre, hätte ich sie mir zugelegt und auch das Doppelte bezahlt.
Also, Leute, ... when 32/20 Blues Band is in town: Hört Euch die Jungs an. Es lohnt sich !

Aber aufpassen, dass ihr am Ende nicht 32/20 Blues Band addicted werdet !
Everything you do to me
Euer