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Back Door Slam


Live at the Gaiety Theatre
Douglas, Isle of Man, June 10th 2006

Die DVD gibt es nur hier!!!!
Photo by Adrian Cowin

Davy Knowles - vocals, guitar, mandolin; Jamie Armstrong - bass, backing vocals; Ross Doyle - drums

Blutjung sind die drei Jungs von
Back Door Slam, im Durchschnitt erst 19 Jahre .
Klar ist , dass sie dann noch nicht lange im Geschäft sein konnten. Zum Zeitpunkt des Konzerts waren sie gerade mal zwei schlappe Jahre zusammen ...

Und entsprechend habe ich dann mal, mit nicht allzu großer Erwartungshaltung, ihren Live-Auftritt vom Gaiety Theatre auf der Isle of Man eingesschoben,
obwohl mich Bill da schon, sozusagen im positiven Sinne, vorgewarnt hatte (Hör Dir DAS mal an ...!) ...

Und, na ja, in musikalischen Geschmacksfragen verirrt er sich selten, so auch diesmal nicht, denn die Jungens - vorneweg
the Man on the Guitar Davy Knowles - sind sehr stark.
Sie fesseln mich von Anfang an: Unbekümmert sind sie, voller Energie, und sie spielen so frisch und enthusiastisch, dass der gediegene Bluesrock und auch Slow Blues, den sie uns da bieten, peppig, mit einem enormen Drive, wie aus einer Verjüngungskur zu kommen scheint.

Davy Knowles ist ein Riesentalent an der E-Guitar, und das heißt nicht, dass er nicht schon jetzt sehr gut ist - nein, er ist gegenwärtig schon erstklassig -, sondern, dass er über gewaltiges Potential verfügt, das noch viel mehr verspricht für die Zukunft. Irgendwie erinnert er mich mit seinen Fähigkeiten, seinem sympathischen Auftreten und seinem Enthusiasmus an den frühen Rory in den späten Sechzigern:
Hört Euch bitte mal sein Cover von
Rorys "Goin' to my Home Town" an, ganz am Ende des Auftritts, in dem er herrlich Mandoline spielt, dann wisst Ihr, hoffe ich doch, was ich meine. Da scheint auch so ein Feuerchen zu lodern, verbunden mit diesem unglaublichen Talent und gleichzeitig Feeling ... Na ja, warten wir mal ab.

Das vorliegende Set ist einfach toll und stellenweise wirklich mitreißend. Der Sound ist gut, die Stimmung ist auf der Bühne und unter den 1000 Zuschauern im ausverkauften Theater hervorragend, und der Auftritt macht einfach von Anfang bis Ende Spaß ...


Wie alte Hasen legen sie los mit ihrem
"Ain't no City" mit tausend Mal gehörten Akkorden und Licks, die aber durch das virtuose Spiel trotzdem frisch und unverbraucht klingen, und mit Vocals, guttural wie frisch aus dem Delta, wie man es diesem Jungen gar nicht zutrauen würde ...

Eine Art Boogie-Nummer folgt dann mit
"Come Home", in dem sie klasse Breaks setzen, die Power rausnehmen, mehrstimmige Harmonie-Vocals einfließen lassen, die Gitarre fein ziselierte Linien zieht, der Bass locker pulsiert, um dann wieder Fahrt aufzunehmen ...

Ihr folgendes
"Too late" ist beeindruckend durch die schönen lyrischen Momente, die Knowles ebenfalls toll aufzubauen vermag ...

Auch einige weitere Cover gibt es, von denen besonders
"Money", die Mega-Nummer von Pink Floyd, interessant ist, die hier als Heavy Bluesrock artige Variante daherkommt, aber auch Willie Dixons "Hoochie Coochie Man" bringen sie wunderbar.
 
Und auch Balladen haben die Jungs im Gepäck, auf denen Kowles auf der Akkustischen zu hören ist: das melancholisch-sehnsuchtsvolle
"Stay" etwa oder "Too good for me", das mit der schnellen Rhythmus-Gitarre und den langgezogenen, manchmal etwas klagenden Vocals gut und gern auch von der Dave Matthews Band stammen könnte ...

Auch wenn ich hier ein paar Nummern noch mal heraushebe, weil bei mir da ein paar Eindrücke besonders hängengeblieben sind, sollte man sich den Auftritt der Back Door Slam in jedem Fall von Anfang bis Ende zu Gemüte führen, denn alle anderen Nummern sind ebenfalls absolut hörenswert, und das chronologische Verfolgen zeigt eben, wie toll das Konzert insgesamt und in seiner ganzen Entwicklung war.

Weiterhin empfehlenswert sind auch die reichlich gebotenen Boni:

Tolle Versionen von
"Freebird" und "Red House" (mit einigen dazugekommenen Gästen an Gitarren und Harp) können wir hier erleben mit einem famosen Davy Knowles ... und zum Ende die Freddie King-Nummer "Have you ever loved a Woman" mit Knowles und der Vorband "Stone Creation", die aus noch jüngeren Musikern besteht und auch hörenswert ist, aber Back Door Slam nicht das Wasser reichen kann, sowie abschließend noch zwei Stücken der "Stone Creation" solo, die damit dann ein tolles Set abschließen.

Also, Fazit: Eine tolle neue Band habe ich erlebt, die zu entdecken sich voll und ganz lohnt. Besonders freut es mich, dass gerade solch junge Leute mit solchen Fähigkeiten den Blues und Bluesrock mit so viel Leidenschaft und offensichtlicher Liebe spielen, ja man kann sagen, manchmal geradezu zelebrieren.

"In Back Door Slam you are watching the future of the Blues", ist da zu lesen am Ende der Liner Notes.
Nun, vielleicht ist das etwas übertrieben ... Für vollkommen ausgeschlossen halte ich es aber nicht ...

Davy erzählt wär seine Vorbilder sind,Rory ist natürlich auch dabei!!!

Danke an Christy von für die Zurverfügungstellung der DVD!!!

Euer Jörg