Online seit 18.01.2009

Bad Penny "Return To The G-Man" (2008)

 

 

Bad Penny gefielen mir schon bei ihrem Auftritt beim 6. Rory Gallagher-Tribute in Wiesbaden ausgezeichnet.Die vorliegende Einspielung ist eine großartige Hommage für Rory.

Wie 20$Bill im Vorwort völlig zu Recht bemerkt, gelingt es Bad Penny auf wirklich bemerkenswerte Art und Weise, den Maestro nicht nur kompetent zu covern, sondern den Stücken ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Ganz sicher wäre dies ganz im Sinne Rorys gewesen, und er hätte ihnen allen Respekt gezollt.

Bad Penny, das sind im Kern Ola Van Sander (voc, g), Axel Henning (b) und Peter Möller (accordion, p, Fender Rhodes, clavinet), die bei dieser Einspielung von einer Reihe weiterer Musiker an verschiedenen Instrumenten (dr, rhythm g, violin, triangle) unterstützt und ergänzt werden.


(Bad Penny schon beim 4. Rory Gallagher Review 2005)

Sie bezeichnen sich als „Soul-Folk-Soldiers“ und auch mit diesem Album wird deutlich, was das bedeuten kann: nämlich eine ganz eigentümliche Mixtur zu kreieren aus Rockblues-Elementen mit folkloristischer – oft irisch-keltisch anmutender – Färbung und der Fähigkeit einer stellenweise emotional-berührenden, „beseelten“ Darbietung – gerade das, was ja auch das wesentliche Faszinosum Rorys war.

Herausragend dabei ist die Einbindung des Akkordeons bei allen Stücken: Das wunderbar-melodische Zusammen- und Wechselspiel von Peter Möller an diesem Instrument mit Ola Van Sanders mal schön rockender, mal mehr feinsinniger E-Guitar und Voc, z.T. noch ergänzt durch Violine, ist an einigen Stellen mitreißend, dann auch wieder eigentümlich sentimental und intensiv.

Ein paar kurze Eindrücke noch von einigen der Stücke, womit noch deutlicher werden soll, was damit gemeint ist...

Das Album startet mit dem Opener:

Continental Op: Schön druckvoll, wie aus der Pistole geschossen ... aber durch das swingende Akkordeon weniger hart als das Original, dafür farbiger, wärmer ...

 

Overnight Bag: Diese selten gespielte und wohl schwierig zu spielende Nummer ist eines der Glanzstücke des Albums ... herrlich herausgearbeitet, vor allem durch das Akkordeon, der einmalig sentimentale Charakter des Stückes ... (“Pack my sorrows in an over-night bag”)

 

The King of Zydeco: Noch ein Glanzstück ... originell das Gitarren-„Geplänkel“ als Intro, dann das Thema mit viel Drive und beswingt durch das wunderbare Akkordeonspiel, schöne lang gezogene Linien, stellenweise enthusia-stischer Gesang Van Sanders, schönes hohes schneidendes G-Solo, kleine Violin-Einspielungen ...

 

Daß man Philby so spielen kann ... klasse ... weniger der Rocker wie bei Rory ... (Wie kann man das denn nennen, hm?) ... als ein kleiner smarter mittelalterlicher Tanzreigen (ja, ja): Den Charakter erhält das Stück, wieder mal, durch die schöne Akkordeonmelodieführung in Verbindung mit einer Art unterkühltem Sprechgesang (fast zappaesk das), zurückgenommen-dezent, nasal ... feine Idee, feiner Vortrag!

 

Und he, bei Barley and Grape Rag kann man sich ja wirklich in die Zeit der Minstrel-Shows versetzt fühlen, was nichts anderes heißt, dass Bilder der Ragtime-Zeit hochkommen. ... Dobro, scheppernde Drums, schöne verspielte Violin-Linien fangen den Rag-Charakter toll ein ...

 

Noch ein Klassiker und auch der verwandelt: Hands off: Der Rocker wird etwas „gemütlicher“ (durch das AKKORDEON!), verlangsamt erst mal ... dann ein schönes warmes treibendes G-Solo im Mittelteil ... So wie das Original rockt, so intensiv „swingt“ diese Fassung.

Perlende Piano-Licks und eine herrlich singende Violine finden wir in At the Bottom ... Wieder entfaltet sich ein eigener Charakter: farbig, lyrisch ...  

... und selbiges gilt auch zum Abschluß für Easy come easy go, das „sparsam“ gespielt wird: Wunderbare Single Note-Linien des Keyboards, ergreifend, dezent, auf den Punkt – wie vor-her – Drums und Bass.

 

Chapeau, Bad Penny!

Das ist wirklich eine Hommage, die Rory zur Ehre gereicht.

 

Viele Grüße

Euer

Jörg Hatzmann

 

Bad Penny release their new CD RETURN TO THE G-MAN

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