Online seit 28.07.2009

Eric Bibb "Live á Fib" (2009)

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Eric Bibb, der 57-jährige New Yorker, ist ein alter Hase im Musik-Geschäft.

Früh schon geprägt durch die dortige (insbesondere Folk-Blues-)Szene, entwickelte er sich schon in jungen Jahren zu einer Art Kosmopolit, indem - nach einem Russisch- und Psychologie-Studium - er lange Zeit in Paris und Stockholm lebte, die dortigen kulturellen Einflüsse auf sich wirken ließ, zurückkehrte, schließlich nach London ging und - in einer bisher außerordentlich produktiven Vita - Album auf Album vorlegte (über zwanzig an der Zahl bisher!). Alle hoch anerkannt in ihrem Genre mit ihrer typisch eigenen soften Symbiose aus Gospel, Soul, Blues ... immer herausragend dabei Erics Akkustikgitarren-Künste.

Natürlich verfügt er damit auch über sehr umfassende Bühnenerfahrung - nicht zuletzt war er vor nicht allzu langer Zeit auf US-Tour unterwegs mit solchen Größen wie
John Mayall's Bluesbreakers oder Robben Ford, - und das ist hörbar auf dem neuesten Opus des Strahlemanns, "Live À Fip", das zwei Radio France-Mitschnitte beinhaltet:


- einen umfassenden vom
2. Dezember 2008 (CD 1) und
- einen kürzeren vom
13. März 2008, dem sich noch ein 20minütiges Video-Programm anschließt (CD 2).

Erfahrene Kollegen, mit denen er überwiegend schon langjährig zusammenarbeitet, begleiten Eric.

Wie folgt setzt sich die Band zusammen:

Eric Bibb (vocals, acoustic guitar, baritone guitar)
Staffan Astner (electric guitar, acoustic guitar - CD 1)
Trevor Hutchinson (upright bass - CD 1)
Larry Crockett (drums, percussion)
Amar Sundy (electric guitar - CD 2)


Ein Set erleben wir, das nahezu die gesamte Karriere Bibbs spiegelt und fast ausschließlich Eigenkompositionen und einige originell arrangierte Traditionals enthält.
Alle halte ich für sehr gelungen, und an den instrumentalen Qualitäten der Band kann es in keinem Moment Zweifel geben, wobei einige Stücke doch, aus ganz persönlicher Sicht noch einmal besonders herausragen:


-
"Kokomo": So stelle ich mir modern gespielte Roots-Music vor, einfach - archaisch fast -, locker swingend, auf der Akkustischen die immer selbe einfache treibende Melodielinie verfolgend, wieder und wieder und wieder ..., bis endlich die fast schon ersehnte   Variation kommt, der sich dann noch ein schönes kleines, lockere rausfließendes E-Guitar-Solo anschließt ... so baut man, mit  einfachen Mitteln, Spannung auf, die - wenn gewollt - Trance artig gesteigert werden kann ...

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"Still livin' on", was für ein wunderschöner farbiger kleiner Reigen ... und was für eine Verbeugung vor einigen großen alten   Männern ("Mississippi John Hurt ... touched my heart with southern grace ... he's my hero, dead and gone ...and Son House [and   they're] still living on ...") . smooth, gentle, touching, story telling at it's best . locker-swingend mit herrlichen  "Besen"-Drums .
 
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"Got to do better", leicht-lockerer Rocker mit schönem Drive, Rhythmus durch die Akustische und kleinen einschmeichelnden  E-Guitar-Licks .

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"Diamond Days", "Gänsehaut"-Ballade ... sooo schöööööön .

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"In my Father's House", was für ein schöner softer Boogie-Rocker, kraftvoll anschwellend nach dem Intro, mit tollen farbigen  E-Guitar-Licks ...

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"Goin' down slow": Aus dem ursprünglichen Heavy Blues wird eine Akkusik-Nummer mit herrlich rauen Vocals, smooth,  charming .

Das sind aber wirklich nur einige zusätzliche Tops, denn während sämtlicher Stücke beider Konzertabende präsentiert sich die Band hochklassisch!

Zu guter Letzt bekommen wir mit dem 20minütigem Videoprogramm der zweiten CD noch einen netten Anhang: Hier erhalten wir
"Behind the scenes"- Einblicke, musikalische und sonstige Erläuterungen und werden Zeugen einer kleinen Session Erics mit seinem Hero Richie Havens, den er - mit sichtlichem Vergnügen - auf der Akustischen begleitet ... sehr schön!

Das einzige kleine Manko des - auch sehr schön gestalteten - Doppeldeckers: Man sollte, begleitend zur so eindrucksvoll dargebotenen Musik, für die des Englischen nicht absolut mächtigen Hörer zukünftig bitte unbedingt auch die Texte mitliefern, um in selbiger Intensität auch inhaltlich folgen zu können!

Die Aufnahmen sind von allerbester Qualität, was den Liebhaber des feinen Bibb'schen Soul-Folk-Pop-Blues-Mixes noch zusätzlich erfreuen dürfte.

Für sie hält Eric auf
"Live À Fip" eine Reihe von Perlen - kleine Kunstwerke in sich - bereit ...

Der eher schwerer, kantiger Kost zugeneigte Blues-Aficionado dagegen wird hier nicht vollständig befriedigt werden, aber das ist in keiner Weise abträglich, denn mit einer anderen Art von Musik haben wir es hier zu tun, und - obwohl ich eindeutig der gerade genannten Gattung angehöre - komme ich en somme zum Schluß:

Wunderbar, Eric Bibb, ein warmherziges, ja geradezu sich einschmeichelndes, berührendes Album ist Dir und Deinen Mitstreitern hier gelungen ... großartige Musik!

Ich bin sehr beeindruckt!

Eric Bibb mit Amar Sundy!!!!!

Euer

Jörg

Danke an Moritz von "Gordeonmusic" für die Zurverfügungstellung der CD!!!

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