John Campelljohn Guitar & Lead vocals
Andrew Lambert - Bass-Guitar & Vocals
Neil Robertson - Drums & Vocals

Genau genommen sind sie mindestens 35 Jahre zu spät dran, John Campelljohn und seine Jungs aus Kanada mit diesem Scheibchen „Good to go“, das grundsoliden am besten kann man’s nennen Boogie Rock oder Blues&Boogie enthält, denn ...
... 35 Jahre oder noch länger ist es mittlerweile her, dass uns ein Album in auffällig grünem Schuber erreichte, mit diagonal aufgeprägtem Schleifchen auf einer der unteren Ecken, auf dem Stand, was dann zur Trademark werden sollte für Jahrzehnte bis heute: „In the fine Texas Tradition“. Na, klingelt’s ... ?
Klar, bei den meisten sicher: „Tres Hombres“ von den ehemals psychedelischen, damals noch kurzbärtigen Cowboys aus Texas, ZZ Top, war erschienen, und es war ein Glück, dass sie sich besonnen hatten, zu den einfachen Dingen zurückgekehrten, wieder Southern Selected Beer tran-ken und Tequila und simplen Rock spielen wollten, aus dem dann ihr unverwechselbarer ur-wüchsiger Stil des Bluesrock wurde, der Generationen in ihren Bann ziehen sollte ...
Es ist ganz einfach: „Good to go“ schlägt in diese Kerbe und ist hört, hört ! für mich von ähnlichem Kaliber, bietet aber nach all den Jahren im Grunde im Rahmen dessen, was dieses Genre bieten kann, nicht großartig Neues.
Ich behaupte: Hätte John Campelljohn sich eben früher auf diese Welt bemüht und so ca. Anfang der Siebziger diese Musik unter die Leute gebracht, wäre er ein gang Großer geworden und hätte vielleicht eine „Fine Canadian Tradition“ begründet ...

Aber so war’s halt nicht, und nun sind altbekannte Akkordfolgen zu hören, tausende Male ge-hörte Licks und Riffs und gehärtete Melodiefolgen, und trotzdem habe ich mir mit zunehmen-der Dauer immer mehr die Einspielung sehr gerne angehört.
Campelljohn ist ein so guter Gitarrist und die Band spielt so tough zusammen, so profes-sionell ... und sie haben durchaus schöne kleine Ideen, überraschende Breaks hier und da oder melodische Einfälle ... tolle Musik insgesamt, geradeaus, bodenständig, gut ...
Wenn ihr nicht genau wisst, was ich meine, dann legt mal diese ineinandergehenden Hammer-nummern von ZZ Top auf: „Waiting for the Bus“ und „Jesus just left Chicago“. Das ist so simpel und gut, dass ich mir’s immer wieder mal mit Hochgenuß anhöre, und eben so was kriegen die Jungs auch manches Mal hin, und das allein macht schon ein tolles Scheibchen aus „Good to go“ ...
Hört nur mal rein, und vorneweg spitzt die Ohren beim obercoolen „I’m on the Deadline“, einem Blues, der enorm swingt mit einer so schönen wohltemperierten „zerrigen“ Gitarre, bei „Jack of all Trades“, einer Klassenummer mit Hawaiin Guitar gleichen Untertönen und Reggae ähnlichem Rhythmus oder dem Laid back Boogie „No dear John“, einem Boogie, wie er mehr laid back nicht sein kann mit tollen Slide-Teilen und wieder Hawaiin unterlegt ...
Grundsoliden Boogie orientierten Bluesrock bietet uns John Campelljohn mit seiner Mannschaft, tolle Musik, die mit der Zeit gewinnt, einfach und mit gutem Feeling, erdig und schön zu hören, nicht mehr und nicht weniger. Und das ist in einer zunehmenden Masse nichtssagender, oberflächlicher Produktionen eine ganze Menge !
„Good to go“ jedenfalls, John Campelljohn, wäre das ganz falsche Motto für die Zukunft.
Euer
Jörg
Danke an Uwe von 