Dickey Betts & Great Southern (Do-DVD, 2009)
Live 1978, Grugahalle Essen
John Cipollina / Nick Gravenites Band - Westcoast Legends Vol.1 (2009)
Live 1980, Westfalenhalle Dortmund
Jorma Kaukonen & Vital Parts - Westcoast Legends Vol.2 (2009)
Live 1980, Westfalenhalle Dortmund
Spirit - Westcoast Legends Vol.3 (2009)
Live 1978, Grugahalle Essen
Commander Cody - Blues-Rock Legends Vol.1 (2009)
Live 1980, WDR Studio Köln
Paul Butterfield Band - Blues-Rock Legends Vol.2
Live 1978, Grugahalle Essen
Nach Jahren der eher durch Sparsamkeit geprägten Veröffentlichungspolitik und des vergeblichen Wartens vieler Fans haben sich die Rockpalast-Verantwortlichen nun endlich darangemacht, einige der legendären Konzerte der klassischen Rockpalast-Zeit (Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre) auf DVD herauszugeben.
Wir hoffen sehr, dass die Anstrengungen mit dem uns vorliegenden Päckchen, bestehend aus sechs Sets der ategorien "Southern Rock", "West CoastLegends" und "Blues Rock Legends" nicht wieder erlahmen, sondern in der Intensität der letzten Monate fortgesetzt werden (viele warten beispielsweise sehnsüchtig auf die Veröffentlichung der Konzerte der Grateful Dead oder von Johnny Winter ...).
Die Veröffentlichungen an sich sind sehr zu begrüßen, und wir bedanken uns ausdrücklich dafür bei den Verantwortlichen.
Was angesichts des warmen Geldsegens, den diese Aktivitäten bei relativ gering einzuschätzender Investition nun einbringen - die damaligen Produktionskosten waren ja durch Zuschauergebühren und Eintrittsgelder wohl gut abgedeckt -, nicht zu akzeptieren ist, ist die teilweise schlechte Qualität, in der diese Mitschnitte angeboten werden und die Beschränkung fast ausschließlich auf das Konzertmaterial selbst (mit wenigen Boni).
Man muß kein Technik-Experte sein, um zu wissen, dass mit modernen Verfahren der Nachbearbeitung des Materials sicher eine bedeutend bessere Qualität hätte erzielt werden können.
In der Mehrzahl der Mitschnitte fallen deutliche Mängel auf: keine Tiefe, heller, schriller, knalliger Sound, übersteuerte Höhen, schwankende Lautstärke, manche Instrumente sind viel zu stark im Vordergrund, andere dagegen kaum zu hören ...
Hin und wieder hatte ich den Eindruck, als seien hier Bootleggers am Werk gewesen.
Schon bei der Veröffentlichung der Rory Gallagher-Rockpalast-Collection ist dies (zumindest das 1979er Wiesbadener Konzert betreffend) sehr negativ aufgefallen ...
Wir hoffen sehr, dass bei Neuauflagen - aus Respekt vor den Kunden, den Rock- und Blues-Fans! - hier Nachbesserungen vorgenommen werden, da z.T. die vorliegende Qualität schlicht nicht zumutbar ist. Das darf aus unserer Sicht gerade einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht passieren!
Gut, kommen wir zu den positiven Aspekten der vorliegenden Veröffentlichungen:
Sie alle kommen als einheitlich und ordentlich aufgemachte und edel aussehende schwarz-weiße Papp-Sets mit Hochglanz-Booklets daher. Das macht was her, auch wenn die Booklets etwas mager ausfallen.
Die Menüs sind einheitlich gehalten, wenn auch sehr spartanisch: Wir können wählen zwischen sofortigem Start, der Tracklist und in wenigen Fällen einem Bonuspunkt.
Im folgenden ein paar Bemerkungen zu den einzelnen Konzerten:
Dickey Betts - guitar, vocals; Dan Toler - guitar; Michael Workman - keyboards; David Goldflies - bass; David Toler - drums, percussion; David Sharbono - drums, percussion
Wir erleben Dickey hier auf dem Höhepunkt seiner Aktivitäten und Ambitionen.
Nach der ersten legendären Periode der Allman Brothers Band, die er, vor allem nach Duane Allmans Tod, so entscheidend prägte mit seinen Gitarrenkünsten und Songs wie Jessica, Rambling Man, In Memory of Elizabeth Reed u. v. a. führt er seine Great Southern stärker in Folk und Country betonte Gefilde des Southern Rock.
Sein Gitarrenspiel ist einzigartig melodisch, leicht-fließend und voller kreativer Ideen. Mit Dan Toler hat er einen kongenialen Partner an seiner Seite, mit dem er sich die Bälle mit atemberaubender Virtuosität zuspielen kann. Und da hinzu kommt noch der am Anfang seiner Karriere stehende blutjunge David Goldflies, der - hin und wieder wie ein weiterer Solist agierend - schon zeigt, welches Potential in ihm steckt, und auch Keyboarder und Rhythm-Section sind eine Klasse für sich ...
Das ist für mich nichts weniger als das perfekte Southern Rock-Konzert. Das ist nicht mehr zu toppen (auch deshalb, weil hier, glücklicherweise, der Sound passabel bis gut daherkommt) ...
Gänsehaut-Set für den Southern Rock-Afficionado ...
Ob neue Nummern, "Run Gypsy run", "You can have her", "Back on the Road" oder in der zweiten Hälfte die alten Allman-Goldstücke: Alle sind ein absoluter Hochgenuß!
... ist Dickey natürlich schon ein bisschen älter geworden. Auch seine Stimme ist etwas brüchig und kraftlos, und die frühere Virtuosität und der coole Enthusiasmus wurden - meinem Empfinden nach - etwas durch Routine und Professionalität verdrängt ...
Immer noch sehr gut sind er und seine Band, aber das ganze Set wirkt irgendwie sehr schematisch und nicht so inspiriert wie das mal war, und die Zuschauer reißt's auch nicht gerade von den Sitzen ... na ja, vielleicht geht das auch nicht über so lange Zeit ...
Was ich nicht verstehen kann, ist aber, dass Great Southern nicht Great Southern ist wie's mal war, mit eigenem musikalischem Profil. Zeitweile hatte ich das Gefühl, die Allmann Brothers Band II vor mir zu haben mit einem Keyboarder wie ne Kopie von Gregg, gleicher Songauswahl ... Und welche Rolle Duane (mein Gott, welch vernichtender Name für diesen Jungen ...) spielt, spielen darf oder kann oder nicht spielen darf oder kann ... Man hat den Eindruck, dass er überall sein will, nur nicht auf dieser Bühne in diesem Moment ... Er ist kaum wahrzunehmen ...
John Cipollina - guitar; Nick Gravenites - lead vocals, guitar; Al Staehely - bass, vocals; Marcus David - drums
Darüber habe ich mich besonders gefreut: mir endlich mal diesen einen speziellen meiner wenigen Lieblings-Lieblingsgitarristen, John "Gott hab ihn selig"Cipollina, auch audiovisuell zu Gemüte führen zu können, diesen großen Westcoast-Heroen, der wahrscheinlich selbst am allerwenigsten wusste oder was darauf hielt, dass er ein Gigant war ... und in der Retrospektive immer noch ist.
Leider konnte er nicht mehr mit seinen ehemaligen Kumpels von den Quicksilver Messenger Service erscheinen, denn die hatten sich wenige Jahre zuvor nach einem letzten Longplayer (Solid Silver, 1977) dann endgültig verabschiedet und wurden kaum noch gesichtet, und auch keiner seiner genialen Copperhead-Mitstreiter ist auf der Bühne der Dortmunder Westfalehalle auszumachen, aber: mit Nick Gravenites ein andere rühriger alter Bekannter der Westcoast-Szene früher Tage, der ganz zu Beginn Quicksilver produzierte, Electric Flag mit Mike Bloomfield gründete und und und!
Und ein ganz famoses Set liefern sie ab mit ihrem fließenden und federnden Jam artigen Bluesrock, immer offen für noch ein Solo ... und noch eins mit einer etwas anderen Wendung oder anderem Sound ...
Einfach herrlich und unvergleichlich ist Cipollinas "silbriger", filigran-farbiger Sound auf seiner "Air-Guitar" im Kontrast zu Gravenites erdigerem kantigem Klang ...
"Junkyard in Malibu" ist Quicksilver pur ... toll Cipollinas Slide-Spiel in "Signs of Life" . oder sein typischer melancholischer, flirrender Sound in "Unvicious Corcle" und "Pride of Man" ... und bei "Who do you love" sehe ich sie 1968 im Avalon Ballroom oder Fillmore West auf der Bühne stehen ...
Diese Live DVD ist ein Monument für den Liebhaber des frühen psychedelischen West Coast-Sounds, auch deshalb, weil es ansonsten keine Live-Einspielung in der ohnehin nicht sehr langen Liste der John Cipollina-Produktionen gibt.
Jorma Kaukonen - vocals, guitar; Hilary Stench - bass; John Stench - drums
Jorma Kaukonen ist eine Westcoast-Legende.
Vornehmlich bekannt als Gründungsmitglied, 1965, der Jefferson Airplane und für seine langjährigen feinen E-Gitarren-Beiträge an Bord derselben, startete er schon nach wenigen Jahren, 1969, mit der Formierung von Hot Tuna, zusammen mit seinem Airplane-Kollegen am Bass, Jack Casady, sein ganz eigenes Projekt.
Spätestens mit dem Hinzukommen des alten skurrilen Papa John Creach und der Einspielung "First pull up, then pull down (Live 1971) waren Hot Tuna dann drauf und dran, den Jeffersons - meinem Geschmack nach jedenfalls - den Rang abzulaufen, so wunderbar und eigenartig war zeitweise ihre folkige und bluesige Roots Music.
Noch heute touren sie, die Hot Tuna, mit ihren beiden Frontmännern Jorma Kaukonen und Jack Casady ... und nach wie vor soll es ein Hochgenuß sein, ihnen zuzuhören ...
Nun, mit Norma Kaukonen & Vital Parts haben wir es nun hier zu tun, einer kurzlebigen Band, die einige Zeit um 1980 existierten, von Jorma sozusagen als persönlicher Ersatz der pausierenden Hot Tuna ins Leben gerufen, eigentlich eine kraftvolle Dreierband ganz im Stile ihrer Vorgänger, mit den damals in der Westcoast-Szene be- und anerkannten Stench-Brothers in der Rhythm Section ... Nicht zuletzt ihr ansehnlicher Longplayer "Barbequee King" von 1980 gibt davon Zeugnis ...
Leider kann davon nach intensiver Beschäftigung mit vorliegender DVD keine Rede sein, und weil ich insgesamt viel halte von Kaukonen, fiel die Vorrede ausführlicher aus, eben um die negativen Aspekte der Aufnahme im Gesamtblick abzumildern ...
Das Song-Material an sich ist gut. Wir haben es zu tun mit kraftvollem Bluesrock, ganz nach Hot Tuna-Art ... Einige tolle Nummern sind zu hören (bzw. mehr zu erahnen): "Keep your Lamps" ist farbiger Slow Bluesrock ... "Bar-B-Quee King" ebenso, mit Boogie-Anleihen und schön melodischem pumpendem Bass - archaische Roots-Music kann man das nennen - ... "Death don't have no mercy" wird kompetent gecovered (hört Euch demgegenüber aber mal die Grateful Dead-Version an mit dem unvergesslichen Pigpen an Organ und Vocals!) ... und auch der "Walking Blues" vom alten Robert Johnson ist okay ...
Diese Band aber hält keinem Vergleich stand zu den viel ausdrucksstärkeren und vitaleren Hot Tuna, wahrscheinlich, weil da einfach mehr Persönlichkeiten an Bord waren und immer noch sind ...
Trotzdem könnte es, eben wegen des Materials, eine gute Einspielung sein.
Das ist sie aber nicht, denn die Klang"qualität", die hier geboten wird, ist stellenweise nichts anderes als eine Frechheit: flach, verwaschen, schwankend, die Drums sind kaum zu hören!
Der eher schlechte Eindruck dieser Einspielung ist zum ganz überwiegenden Teil dem Versäumnis der Nachbearbeitung anzulasten. Es ist auch ein Unding, dass nirgends die Namen von Kaukonens Mitspielern zu finden sind. Die muß man sich offensichtlicherweise eben selbst recherchieren ... ?!? Lieber Peter Rüchel, das kann doch nicht sein ...
Randy California - guitar, vocals, synthesizer; Ed Cassidy - drums; Larry "Fuzzy" Knight - bass
Am Anfang wird mir das Zuhören regelrecht vergällt, so schlecht ist zu Beginn der Sound: hallig, flach, kaum Tiefe ...
Wirklich von den Socken bin ich, dass nicht irgendwelche "Swinging Monsters Sowieso" das sich erlauben mit irgendwelchen in düsteren Hinterzimmern zusammengeschusterten No Name-Scheibchen einzig zur Erlangung des schnellen Euro, sondern eine öffentliche, alle repräsentierende Marke mit diesem großen Label: Rockpalast ...
Nun denn, Richtung Mitte der Aufnahme wurde es besser, einigermaßen hörbar wurde es jedenfalls.
Eins ist sofort klar und war mir auch noch so in Erinnerung: Randy Claifornia ist ein sehr guter phantasievoller Gitarrist und - natürlich - sehr stark Hendrix beeinflusst, hat er doch 1966, als gerade Fünfzehnjähriger, seine ersten Meriten verdient in dessen Pre-Experience-Formation Jimi James and The Blue Flames ...
Und sicherlich wäre er auch megagroß geworden, der gute Randy, als Chas Chandler, der ehemalige Animals-Bassist und nun Produzent, Jimi nach England rüberzog, womit der - wie wir wissen - schnell den absoluten Durchbruch schaffte, und Jimi Randy mitnehmen wollte, was aber am Veto der Mutter des Minderjährigen scheiterte ... Geschichten, die der Rock'n' Roll so schreibt.
Na ja, unbekannt ist er ja dann auch nicht geblieben, und das liegt augenscheinlicherweise auch an seinen Mitstreitern: vorneweg dem charismatischen Ed Cassidy an den Drums.
Ed ist Randys Stiefvater und - man mag es kaum glauben - zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits Mitte Fünfzig. Von Hause aus ein Jazz Drummer, der da bereits viele Jahre mit Größen wie Roland Kirk, Gerry Mulligan u.v.a. zusammengearbeitet hatte, überzeugt er mit seinem souveränen und äußerst leichten und dichten und variantenreichen, z.T. polyrhythmi-schen Spiel. Ganz große Klasse kommt da zum Vorschein. Unglaublicherweise tourt Ed, dem Vernehmen nach, heute noch ...
Und auch Larry "Fuzzy" Knight, der Bassist, weiß zu gefallen mit seinem melodischen Spiel und "fuzzy" Ton ... wunderbar.
Und, nach dem Intro wird es kaum verwundern: Die Hendrix bzw. Hendrix geprägten Nummern sind es, in denen sich Spirit wirklich großartig präsentiert. "Hey Joe", "All along the Watchtower", aber auch Dylans "Like a rolling Stone" und viele weitere Nummern bringen sie großartig .
Randy spielt geradezu lyrisch, mit leicht verzerrtem Ton, die Soli sind teilweise wundervoll ...
Der absolute Höhepunkt kommt aber erst am Ende, als nämlich Dickey Betts noch mal die Bühne entert und nach ein bisschen Einspielgeplänkel in "If Imiss this Train / Rockpalast Jam" mit Randy eine der schönsten spontanen Sessions hinlegt, die ich je gehört habe ...
Ihr Answer- und Response-Spiel, locker beginnend und dann immer intensiver werdend, wieder abschwellend und dann wieder anschwellend ist große Unterhaltung ... virtuos!
Und kaum zu glauben ist, dass der damals so junge Randy schon nicht mehr unter uns weilt. Seinen Sohn konnte er 1997 in einer Strömung vor Hawaii retten ... sich selbst aber nicht. Welch krude Geschichten das Leben für einen einzigen Menschen manchmal schreibt ...
Commander Cody - vocals, piano; Steve MacKay - saxophone, vocals; Tony Johnson - drums, vocals; Bill Kirchen - guitar, vocals; Doug Kilmer - bass, vocals; Peter Siegel - pedal steel guitar, guitar
Sehr ordentlich ist dieses mal die Aufnahmequalität. Da gibt es nichts auszusetzen.
Warum Commander Cody allerdings mit dieser Aufnahme den Blues-Rock Legends zugeschlagen wird, ist mir ein Rätsel ...
Denn ihr vitales, treibendes und druckvolles Set ist geprägt durch starke Boogie Woogie-, Rock `n`Roll- und Country & Western-Elemente.
1967 von Commander Cody (mit bürgerlichem Namen George Frayne IV) gegründet, machte sich die Band spätestens Mitte der 70er Jahre einen guten Namen als phantastischer Live-Act.
Und das stellen sie auch in ihrem Rockpalast-Auftritt eindrucksvoll unter Beweis.
Es ist dies Gute-Laune-Musik mit einem meist ganz enormen Drive, einem enthusiastischen, sich manchmal fast überschlagendem Frontmann, der das Piano auch mal mit den Füssen spielt, einer herrlich knackigen, kleine kompakte und perfekte Soli raushauenden Gitarre, schönem mehrstimmigem Harmoniegesang im Wechsel mit den Solo Vocals und einer herrlich swingenden und treibenden Horn und Percussion Section ...
Obwohl ich kein ausgesprochener Freund dieses Art von Musik bin, muß ich doch zugestehen: Das ist große Unterhaltung.
Einzelne Nummern kann ich hier nicht hervorheben, da alle auf ihre Art stark sind und keine, meinem Geschmack nach, besonders herausragt oder abfällt ...
Am besten ist's so beschrieben: Wenn Ihr die treibende Musik der Rocky Horror Picture-Show mögt, Leute, dann seid Ihr auch hier bestens bedient.
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Paul Butterfield Band - Blues-Rock Legends Vol.2
Live 1978, Grugahalle Essen
Paul Butterfield - vocals, hamonica; Peter Atanasoff - guitar; Buzzy Veiten - guitar; Bobby Vega - Bass; Ernest Carter - drums
Die West-Coast und Blues Rock Legende Paul Butterfield hatte einen seiner raren europäischen Gastauftritte 1978 im Rockpalast . Butterfield, der Legionen junger Bluesrocker beeinflußte seit der Gründung seiner Band 1965, die so wegweisende Gitarristen enthielt wie Elvin Bishop und MichaelBloomfield und gleich mit ihrem gleichnamigen Debütalbum so für Furore sorgte ...
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass insbesondere bei solchen geschichtsträchtigen Ereignissen bestmögliche Technik zur Verfügung steht und Anwendung findet ...
Aber ich kann, wiederum, kaum glauben, dass dies hier nicht der Fall war, denn die Soundqualität pendelt zwischen mäßig bis miserabel ... Es ist z.T. schlimm: Die Tiefe fehlt, der Ton ist überhell, schrill, gerade die Harp des Meisters ist oft schlecht zu hören ... Eigentlich dürfte man so etwas nicht veröffentlichen, vor allem, wenn es sich um einen solchen Namen handelt!
Hinzu kommt, dass Butterfield seine Band erst kurze Zeit zuvor formiert hat, sie nur weinige Tage vorher proben konnten, und, sorry, das ist klar zu hören!
Ob dieser Tatsache und des Sounds kann man eigentlich nur mehr ahnen, welch gute Gitarristen Paul Butterfield da mit Buzzy Veiten, der ihn schon seit Ende der 60er begleitete, und dem erst 19jährigen, neu dazugekommenen Peter Atanasoff in seiner Band hat ...
Der Auftritt der Band ist aber insgesamt geprägt durch - eben auch soundbedingt - schrilles, hektisches und überschnelles, nicht gut aufeinander abgestimmtes Spiel der Gitarren und auch der Harp, auch wenn das ein oder andere Solo durchaus hörenswert ist ...
Selten auch hören wir richtigen Bluesrock, sondern über lange Strecken eine Art gehackten Funkrock, der nun gar nicht meine Kragenweite ist.
So verwundert es eben nicht, dass die schönsten Momente dann kommen, wenn sie das Tempo rausnehmen ... Die tollen Balladen "It's alright" und "Justwhen I needed you most" sind hier besonders hervorzuheben ...
An diesem, meinem Gesamteindruck kann auch der, diesmal dankenswerterweise enthaltene Bonus, ein Interview von Alan Bangs mit der gesamten Band nichts ändern, das ein völlig anderes Bild vermitteln will.
Danke an Manuel Schönfeld von "SPV" für die Zurverfügungstellung der DVD`s!!!