Online seit 15.02.2010

Gregor Hilden / Richie Arndt / Timo Gross

"Vineyard Session" (2009)

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Knackige Minusgrade sind’s draußen, Freunde. Unaufhörlich schneit’s, und wir sind froh, dass wir drinnen sitzen im Warmen. So schön ist’s zuzusehen, dem treibenden Flockenmeer, aber keinen Hund würde man raustreiben in diese Eiskammer ...

Aber was ist das ? Klingeln, noch mal klingeln und gleich abermals klingeln, heftiger diesmal und ungeduldiger. Na was ...?

Und ich drück auf, und nach weniger als einer Minute schon steht er vor mir, mein alter Briefträger, den ich irgendwie schon seit meiner Geburt zu kennen scheine ...

Na, wie denn, mein alter Freund ... und mit bebender Stimme grüßt er zurück, und mit zitternder Hand holt er ein Päckchen aus seinem klammen Rucksack, ich bedanke mich, und schon muss er weiter, der liebe alte Bursche (der dann auch froh sein wird, wenn er endlich in Rente gehen darf), und weg ist er ...

Na, was wird das denn sein da drinnen im braunen Karton, ich reiße auf und krame, und schon kommt sie zum Vorschein: eine Gemeinschaftsproduktion von drei meiner Lieblingsgitarristen aus deutschen Lande, „The Vineyard Sessions“ von Gregor Hilden, Richie Arndt und Timo Gross, auf die ich schon gespannt war, kaum dass 20$Bill mir ihr Erscheinen angekündigt hatte, denn alle drei verfügen über großartiges Ausdrucksvermögen und großes Talent als Songwriter, ganz zu Schweigen von ihren instrumentellen Fähigkeiten, und jetzt alle drei zusammen (?!)

... Das kann gut gehen, aber auch furchtbar in die Hose gehe, wenn die Protagonisten sich als nicht in der Lage erweisen, sich zurückzunehmen, dem anderen zu dienen, stilistisch nicht nur das Eigene zu präsentieren, sondern in eine Art Crossover ein Mix hinzukriegen, in dem der Einzelne mit seinen Qualitäten und seinem Material zur Geltung kommt, aber trotzdem durch die Kollegen bereichert wird, indem die Songs neue Farben, Wendungen, rhythmische Ergänzungen oder was auch immer erhalten.

Aber schon bevor ich den Silberling starte, bin ich da guter Hoffnung, schon allein beim Betrachten des Covers, als ich sehe, wie cool und selbstsicher sie uns aus so einem typischen Südstaaten-Zimmer-Verschnitt – gleichzeitig schäbig und luxuriös wirkend – anschauen, das direkt im Delta liegen könnte, in einem dieser alten, etwas abgetakelt wirkenden Blues-Schuppen, aber, glaube ich, eher irgendwo im Pfälzischen beheimatet ist ...

Und als ich dann endlich höre, was sie uns mit ihren Sessions bieten, rein auf ihren Akkustischen, wozu auch eine Steel Guitar gehört, weiß ich, dass ich richtig liege, aber mehr noch, liebe Freunde: Was uns hier geboten wird, ist großartig und gehört zum besten, was ich bisher gehört habe im Zusammenspiel dieser Instrumente.

Jeder der drei ist mal in der Vorhand und präsentiert sein Material, und wird dabei so was von gut und einfühlsam, mal rhythmisch, mal melodiös, mal in beide Richtungen, von den anderen Beiden unterstützt, umrahmt, emporgehoben oder wie man’s auch nennen will ... wunderbar !!!

Es gehört dies zu der entspanntesten Musik, die mir je untergekommen ist seit den Tagen eines Gott-hab-ihn-selig Jerry Garcia und, nein, nicht den Grateful Dead, sondern seiner Acoustic Band und solch fabelhafter Einspielungen wie „Allmost acoustic“ mit den alten Kumpels David Nelson, John Kahn und den anderen ...

Dieses Mal will ich nicht im Detail auf die einzelnen Stücke eingehen, denn welche wegzulassen oder welche kürzer oder länger zu besprechen als andere würde der Einspielung nicht gerecht werden ...

Es ist ganz einfach: Liebe Leute, kauft Euch die „Vineyard Sessions“ und hört sie Euch intensiv an, die „Desire“, „Golden Vioce Blues“, „When the Train comes“ und all die anderen – Ihr bekommt Exzellentes geboten !!!

Danke an Timo Gross für die Zurverfügungstellung der CD!!!

Euer Jörg

Gregor Hilden

Richie Arndt

Timo Gross

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