Wolfpin: Das ist eine Bluesrock-Formation aus Amsterdam in klassischer Dreimann-Besetzung:
Marcel Scherpenzeel - g, voc
Henk Schutten - b, background voc
Maarten Witsel - dr, background voc
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Nachdem ich mir ihr Opus "Remember" nun mehrfach angehört habe, bin ich im Zwiespalt, was ich nun davon halte.
Fest steht: Wir haben es hier mit Profis zu tun an ihren Instrumenten. Vor allem Scherpenzeel ist ein großer Techniker und verfügt über einen schönen Sound, der mich phasenweise sehr an Julian Sas erinnert: Das ist das eine ...
Das andere, die Kehrseite sozusagen: Die meisten der Stücke auf "Remember", die alle aus der Feder von Scherpenzeel stammen, lehnen sich für meinen Geschmack sehr oft an ausgetretene Hardrock- und Bluesrock-Raster an. Wir finden ein Sammelsurium vor an Mustern Hendrix artigen Heavy Bluesrocks, prallem Texas Blues bis hin zu Southern Rock-Anleihen und all diese da zu findenden gehärteten Akkordfolgen und immer wiederkehrenden Licks und Riffs ...
Aber immer, wenn sich unwiderstehlich Gedanken in Richtung "tausendfach gehört" oder "Wer braucht denn das noch mal ? (da kann man auch gleich "Electric Ladyland" auflegen)" aufdrängen, lässt einen der Mann an der Gitarre dann doch aufhorchen !
Und das ist dann, wenn eigene Improvisationsideen ins Spiel kommen, und wenn die Härte rausgenommen wird.

Schöne Beispiele dafür sind:
- der ruhige Mittelteil von "Southernman", in dem Scherpenzeel mit fast lyrischem Spiel zu gefallen weiß
- "Hendrix", eine schöne balladeske Nummer, die (aber eben auch) von Jimmy selbst stammen könnte und ohne weiteres schon auf "Are You Experienced" oder "Axis: Bold as Love" hätte erscheinen können (Man wird sie aber schwerlich als Wolfpin-Stück in Erinnerung behalten, weil sie eben zu Hendrix ähnlich ist.)
- für mich als Slow Blues-Fan das Sahnestück der Einspielung:
Angels fallin' from the Sky", ein mächtiger Blues, der, mit all seinen Phrasen, wirklich großartig ist.
Scherpenzeel gelingen hier herrliche G-Linien, hier zeigt er, was er drauf hat.
Der Bass liefert, locker pulsierend, zusammen mit den Drums die solide Basis.
Schöne Melodiebögen werden kontrastiert durch sperrige Akkorde und kraftvolle Breaks, und der dubiose Text lässt einen manches Mal schmunzeln:
"I saw those Angels fallin' from the Sky,
And the Devil spoke to me in my House
Man, Man, Man, he said,
You do a lot of Things wrong,
If you go to my Place, he said ."
Und wieder mal ist es die alte Verführernummer, die dann folgt .
Aber die Jungs lassen sie nicht beeindrucken, höchstens nur ein bisschen am Anfang ...
Sie drehen locker den Spieß um:
"You ought to go with me,
I said, no Devil got the Fuck with me !
Well, that's the truth with me."
Diese Nummer demonstriert Eigenständigkeit. Mit solchen Stücken Musik schafft man Konturen !
Man darf gespannt sein, wie Wolfpin sich weiterentwickelt ...
Nicht vergessen wollen wir, uns für ihr schönes Rory-Tribute "Walking on hot Coals" zu bedanken, mit dem sie ebenso demonstrieren, welch gute Musiker sie sind !

Viele Grüße