Online seit 27.10.2007

Martin

Ich bin Martin Eisele, Jahrgang 1970. Die Fanpage von Sabine und Karl-Heinz habe ich durch Zufall entdeckt. Zum Glück wohne ich auch noch in der Nähe von Wiesbaden und habe es nicht weit zu den Veranstaltungen von und mit Rorysfriends!

Ich wollte Euch eine Geschichte erzählen, die ich in Irland erlebt habe. Ich bin seit Jahren Rory-Gallagher Fan. Vielleicht kein Hardcore-Fan, aber er gehört zu meinen Lieblingsmusikern. Seine sympathische Stimme, seine Art und den tollen Bluesrock muss man einfach mögen!

Mit einem Freund hatte ich bisweilen über das Vorhaben von WDR gesprochen das 1977er Rockpalast Konzert von Rory Gallagher auf DVD zu veröffentlichen. Wir haben die Sache aber aus den Augen verloren.

2005 war ich dann mit dem Auto in Irland unterwegs. Schließlich gelangte ich im Westen von Irland nach Clifden, Connemara. Dort habe ich bei mehreren Stationen versucht eine Unterkunft zu finden. Entweder war es ausgebucht, oder zu teuer, oder der Gastwirt war mir unsympathisch. In der Jugendherberge wollte ich nicht schon wieder übernachten, da ich etwas übernächtigt war und ich mich dringend mal ausschlafen musste (zu wenig Schlaf, zu weite Autostrecken, abends zu viel Alkohol und zu wenig Essen). Da gab es noch diesen Pub mit B&B, der etwas vom Zentrum entfernt lag und an dem ich schon einige Male vorbeigefahren war. Aber in einem Pub übernachten? Wahrscheinlich zu laut und ich kann wieder nicht vernünftig schlafen! Trotzdem ging ich rein. Der Pub hieß „Vaughan’s Pub“ und war etwas dunkel und ziemlich in die Jahre gekommen. In einer Ecke saß in einem Ohrsessel (!) ein alter Mann und trank sein Pint. Sonst war niemand da. An der Wand jede Menge alte Fotos und Erinnerungen aus vergangenen Tagen. Wo war ich da nur hineingeraten? Kurz darauf kam Vaughan, der Wirt. Er war nett, aber auch etwas skurril.  Ich war zwar skeptisch, hatte aber nun keine Lust mehr zum Weitersuchen und nahm das Zimmer.

Als ich mein Zeug verstaut hatte ging ich noch mal in den Pub um eine Suppe zu essen. Danach wollte ich ins Zentrum, denn dort war einiges mehr los. In dem Pub wollte ich auf keinen Fall den Abend verbringen. Im Zentrum hörte ich mir eine gute Live-Band in einem Pub an.

Da ich aber früh zu Bett wollte, bin ich doch noch auf ein Bier in „Vaughan’s Pub“ zurück. Außerdem fand ich den Pub dann doch nicht so schlecht. Wohltuend ruhig und ursprünglich zu den üblichen Touristen-Pubs. Es war dort immer noch fast leer, aber es lief eine DVD im Fernseher. Ich setzte mich an die Bar und bestellte ein Guinness bei Vaughan. Ich saß so an der Bar und mein Blick fiel auf ein Rory-Gallagher Album an der Wand („Live in Europe“). Das freute mich und ich sagte Vaughan dass ich Rory Gallagher auch super finde.

Plötzlich sah ich die Rockpalast-DVD von Rory auf dem Tresen liegen! Ich wusste noch gar nicht, dass diese schon erschienen war und in Irland hatten sie die deutsche DVD schon! Vaughan legte die DVD gleich ein und wir hörten zunächst den Beginn des Konzerts mit den Moderatoren auf Deutsch, ich übersetzte.

Nun saßen wir noch eine ganze Zeit zusammen und sprachen über Rory. Ich sagte welche CDs ich habe und Vaughan gab mir noch Tipps für drei weitere, die ich mir kaufen sollte („Top Priority“, „Etched in Blue“ und „Wheels within wheels“). Sein Sohn hat sich auch an der Diskussion beteiligt. So wurde der Abend doch noch etwas länger und sehr gemütlich. Ich war froh dass mich der Zufall in diesen schönen und gemütlichen Pub geführt hat. Wenn Ihr mal in Clifden seid, schaut bei Vaughan vorbei. Kann ich nur empfehlen!

Zurück in Deutschland habe ich mir irgendwann auch „Wheels within wheels“ gekauft. Als ich mir die erst nach seinem Tod veröffentlichte Platte  zum ersten Mal angehört hatte, hat mich die Musik tief beeindruckt. Der Titelsong  „Wheels within wheels“ und „The Cuckoo“ klingen für mich wie ein Vermächtnis, irgendwie überirdisch. An dem Abend war ich noch auf einer Party und wollte eigentlich ein paar Bier trinken. Weil ich aber über Rory’s Tod traurig war und darüber dass er wegen Alkohol starb, habe ich an dem Abend nur Wasser getrunken. Was anderes wäre nicht angebracht gewesen.

Euer

Martin