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Kölner EXPRESS vom 15.06.1995

Köln, Jahrgang 33, Nr. 136b

Der irische Rock-Blues-Guru (46) war besessen von der Musik und todkrank von zuviel Guiness und Whisky
Gallagher: Sein einsamer Tod
Von Alexandra O`Mullan
exp London - 1976: Ein kleiner, langhaariger Typ im karierten Holzfällerhemd hüpft über die "Rock-Palast"-Bühne wie ein Irrer. Der Blick entrückt, die abgewetzte Fender-Stratocaster-Gitarre locker im Griff, spielt er wie ein junger Gott die Gassenhauer "Tattoo´d Lady" oder "Shadow Play". Tausende schwitzen in der Essener Grugahalle. Beseelt von der Musik ihres "Meisters": RORY GALLAGHER, der irische Blues-Rock-Guru.
1994: 2000 Menschen im Kölner E-Werk. Viele sind entsetzt: Gallagher mit aufgeschwemmtem Gesicht, strähnigen Haaren, dickem Guinness-Bauch.
Rory ist zu dem Zeitpunkt schon todkrank, braucht eine neue Leber. Im März bekommt er sie, kurz nach seinem 46. Geburtstag. Gestern ist der irische Gitarrist in London gestorben. An den Folgen der Transplantation.
Gallagher wußte, wie es um ihn stand. Er telefonierte regelmässig mit einem alten Freund aus Köln, dem WDR-Kameramann Rudi Gerlach (47). "Er klang zum Schluß ziemlich down".
Er und auch WDR-Moderator Alan Bangs werden den einst "besten Gitarristen der Welt" als einen der höflichsten und nettesten Musiker" in Erinnerung behalten. "Es paßte vom Typ nicht in die Musikszene. Er war viel zu lieb, irgendwie nicht von dieser Welt. Er war mit der Gitarre verheiratet, hatte keine Freundin, kannte nur den Blues."
Schon mit sechs Jahren spielte Gallagher Gitarre, gründete später die Band "Taste" oder "Ten Years After" (???). Der Star, der nie einer sein wollte, wurde von Muddy Waters, Bob Dylan und John Lee Hooker inspiriert.
"Er wollte zum Schluß noch eine Platte aufnehmen, so wie sein Vorbild Robert Johnson." Rudi Gerlach hatte Gallagher noch ein Geburtstags-Fax ins Hotel geschickt. "Er hat nicht mehr reagiert. Es ging ihm schon zu schlecht."
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Anmerkung von www.rorysfriends.de: Der Hinweis auf die Gruppe "Ten Years After" ist ja nun wirklich voll daneben!
Wir haben diesen Artikel von Rudi Gerlach zur Verfügung gestellt bekommen. Herzlichen Dank, Rudi! .... Rudi sagte jedoch, er habe NIE mit dem Kölner Express gesprochen. Interessant, wo die Zeitungen so ihre Informationen her bekommen und was sie daraus machen!
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